Ein weiteres Beispiel für die Durchlässigkeit gewisser Grenzen

David Foster Wallace

Abschlussinszenierung Theaterakademie Hamburg

 Kampnagel

 

Regie: Henri Hüster

Choreographie: Vasna Aguilar

Bühne: Lea Burkhalter

Kostüm: Martha Lange

Dramaturgie: Nikolai Ulbricht

Video: Benedikt Werth

Regie-Assistenz: Jette Büshel

Produktionsleitung: Laura Pischek

Mitarbeit: Clara Hausmann

Fotos: Jakob Schnetz

taz 7.6.2016

Die Zuschauer kommen in den Saal, suchen sich ihren Platz, während bereits neun Schauspieler und Schauspielerinnen auf Stühlen sitzen. Wenn es dann endlich still ist im Zuschauerraum, geht es nicht etwa schlagartig los. Im Gegenteil: Langsam ertasten die Spieler die Bühne. Wagen sich vor, ziehen sich zurück. Erproben Haltungen. Erstarren, lösen die Starre wieder auf. Und dann folgt Text. Chorisch gesprochen, mal recht synchron, mal verschleppt; dann fallen sich die Sprechenden ins Wort. Sie reden in Schleifen, in Wiederholungen. Dazwischen Tanzeinlagen. Ver- und Entkrampfungen, aus denen immer neue Körperfiguren entstehen.

Dann, langsam, formen sich Geschichten, die sich rasch wieder auflösen. Gemäß dem Credo des Autors David Foster Wallace, dass unsere heutige Welt so komplex ist, dass man nicht mehr linear über sie sprechen kann. Erzählt man aber nicht linear, folgt man ihren Brüchen, gibt man den auseinander fallenden Teilen eine Stimme.

Jungregisseur Henri Hüster ist ein Meister der Verlangsamung und der Beschleunigung. Das beweist er mit seiner Abschlussinszenierung der Theaterakademie.

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