LEHMAN BROTHERS.

Stefano Massini

Österreichische Erstaufführung

Landestheater Linz

 

Regie: Henri Hüster

Bühne & Kostüm: Hanna Rode

Dramaturgie: Kathrin Bieligk

Regieassistenz: Anna de Mink

Fotos: Jakob Schnetz

Programmheft:

 

mit Aurel von Arx, Georg Bonn, Bastian Dulisch, 

Anna Eger, Sebastian Hufschmidt, Levin Hofmann

 

ERSTER TEIL: DREI BRÜDER

Neues Volksblatt 14.3.2016

Der junge Regisseur Henri Hüster hat eine faszinierende Inszenierung, die selbst ob ihrer Komplexität verständlich bleibt, in die karge Arena des Schauspielhauses gestellt. Hüster zur Hand geht ein exzellentes Ensemble, das ja ohne fixe Rollenzuteilungen einen epischen Schwall bewältigen muss.

...

Hüster lässt teils die ganze Gruppe reden, teils variieren die Perspektiven, selten ergeben sich zumindest fragmentarische Dialoge, Alttestamentarisches fließt ein. Es ist ein intensives Konstrukt, das der Regisseur dem Aufstieg der Brüder widmet, die Ereignisse wie den Sezessionskrieg für sich nützen ...

Kronen Zeitung 14.3.2016

Vor den Darstellern kann man eigentlich nur niederknien: viereinhalb Stunden Text, viereinhalb Stunden Präsenz, viereinhalb Stunden Aufmerksamkeit, Spannung, Neugier. Viereinhalb Stunden verfliegen förmlich. Nach jeder Drittel-Pause will man wissen, wie’s weitergeht. Da kann man auch dem Regisseur nur gratulieren! Es ist die letzte Inszenierung in der alten Arena, die ab Mai zum neuen Linzer Schauspielhaus umgebaut wird. Ein tolles Finale!

 

ZWEITER TEIL: VÄTER UND SÖHNE

Oberösterreichische Nachrichten 14.3.2016

Der Abend kommt im zweiten Teil in Bewegung, als sich die Gier wie ein Partyrausch aufbläht. Zum Schlagzeug von Hoffmann rappt die so stufenlos in sämtliche Charaktere eintauchende Eger. Arx schmiegt sich versunken an den Börse-Bullen, und Dulisch trompetet den Sound der Unverwundbarkeit.

Die Welt ist wie diese Familie - das ist der Subtext, den die Schauspieler in wechselnd zugeordneten Rollen und gleichsam als Erzähler vermitteln. Als "alles aus" und der Markt überfressen zu sein scheint, verlassen manche bereits den Raum zur zweiten Pause. In diesem Moment schreit Dulisch den realen Tontechniker an, er müsse das Mikrofon wieder einschalten.

Neues Volksblatt 14.3.2016

Im zweiten Teil mischen die Söhne mit, Philip Lehman heiratet Carrie Lauer, es wird in Kaffee, Eisenbahn und Öl investiert, vor allem wird die „Lehman Brothers Bank“ in New York zur Risikokapitalgesellschaft, die mit Goldman Sachs in den Aktienhandel einsteigt. In der Arena regiert das Chaos, steigert sich die Gier, Schaukeln (treffend: Bühne und Kostüme von Hanna Rode) werfen die „Wirtschaftsindizes“ in Silhouetten auf den Boden. Es wird musiziert, was das Chaos hergibt, die großartige Anna Eger (wir werden sie vermissen) bespielt Klavier, Gitarre und Stimmbänder, mimt eindringlich, nicht minder eindrucksvoll in diesem Stück sind Aurel von Arx, Georg Bonn, Bastian Dulisch, Levin Hofmann ...

DRITTER TEIL: DER UNSTERBLICHE

Die Presse 14.3.2016

Im dritten, kürzesten Teil, der fast in die Gegenwart führt, erlebt man ein furioses Finale. Vor allem Sebastian Hufschmidt glänzt im abschließenden Solo als „Der Unsterbliche“, nicht nur, weil er einen goldenen Anzug trägt. Jetzt hat das Drama tatsächlich Aktualität. Konsum! Alle tanzen den irren Wall-Street-Twist. Mitten drin: ein goldener Bulle. Wer weiß, ob nicht unter der glänzenden Maske und dem goldenen Umhang ein menschenfressender Bär steckt.

Oberösterreichische NAchrichten 14.3.2016

Jetzt geht's erst richtig los - bis sich alles in Sebastian Hufschmidts gigantischem Schlussmonolog erschöpft, in dem alle dann doch ausgetanzt haben. Sogar die Lehmans - unter langem Applaus und vielen Bravos für die Darsteller.